Für Patienten mit abgelaufenen Herzinfarkten und sonstigen Manifestationen der koronaren Herzerkrankung stehen in der Meduna-Klinik verschiedene Behandlungsverfahren
zur Verfügung. Da die Koronararterien unter anatomischem Aspekt auch dem Gefäss-System zuzurechnen sind, weiterhin oftmals Patienten mit anderweitigen Gefässleiden auch von der koronaren Herzkrankheit betroffen sind,
sollen an dieser Stelle auch die Behandlungsoptionen bei Koronarpatienten dargestellt werden. Krankengymnastisch-physiotherapeutische Abteilung
Bei Herzpatienten können die folgenden Verfahren eingesetzt werden:
- Herzgymnastik:
Einzelbetreuung oder Gruppenbehandlung in Übungs- und Trainingsgruppen
- Ergometertraining:
Programmiertes Belastungstraining zur Verbessserung von Ausdauer und Leistungsvermögen, wahlweise Fahrrad- oder Laufbandergometer. Vollständige Überwachung und Verlaufsdokomentation der Trainingssitzungen mittels 12-kanaligem EKG-Monitoring und Pulsoximetrie (unblutige Messung der Blutsauerstoffsättigung)
- Einzel- und Gruppenkrankengymnastik:
Diverse gymnastische Übungsprogramme einschliesslich Atemgymnastik und Mobilisationsverbesserung nach Herzoperationen
- Wassergymnastik
(Bewegungsbäder), sofern nicht kontraindiziert
- Schwimmtraining
, sofern nicht kontraindiziert
- Inhalationen:
Multifunktionaler Inhalationsplatz, Ultraschall- und Düsenverneblung, vorwiegender Einsatz nach Herzoperationen
- Medizinische Bäder:
Kohlendioxidbäder und warme Armbäder zur Gefässerweiterung, Brombaldrian- oder Rosmarinbäder zur Förderung psychischer Entspannung, Anwendung nur bei fehlenden Kontraindikationen
- Elektrotherapie
: mittelfrequente Ströme zur Schmerzlinderung bei postoperativen Beschwerden, speziell im Brustbeinbereich
Psychologische Abteilung Die psychologische Abteilung bietet unseren Herzpatienten verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Einzel- oder
Gruppentherapie:
- Entspannungskurse
(Autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson)
- Therapeutische Gruppen und Gesprächskreise
zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung, Stress- und Angstverarbeitung.
- Gruppengespräche zur Nikotinentwöhnung
(Nichtrauchertraining)
- Gruppengespräche zur Gewichtsreduktion
(Adipositas-Gruppe)
- Psychotherapie in Einzelsitzungen
bei Bedarf
Abteilung für Ernährung und Diätetik Die Abteilung für Ernährung und Diätetik bietet individuelle Ernährungsberatungen
an, weiterhin computergestützte Ernährungsanalysen mit bilanzierenden Berechnungen der Nahrungskomponenten. Gesundheitsseminare Das
gesamte therapeutische Team gestaltet derzeitig insgesamt 19 informierende Gruppenveranstaltungen zu gesundheitsbezogenen Themen, welche nach Wahl besucht werden können. Diese Veranstaltungen befassen sich
mit diversen ärztlichen Themen, Ernährungsfragen, Psychologie und Verhalten, Sport, Bewegung und Grundlagen der Physiotherapie. Die Themenpalette wird ständig aktualisiert und den jeweiligen patientenseitigen Nachfragen
angepasst. Medikamentöse BehandlungenPatienten mit koronarer Herzkrankheit und anderen Herzerkrankungen können
in unserer Klinik jeweils auf erforderliche Medikamente eingestellt werden. Auch können bestehende Medikationen in der klinischen Verlaufsbeobachtung unter Berücksichtigung auch der jeweiligen funktionsdiagnostischen
Daten beurteilt und ggf. angepasst werden. Nach Erkenntnissen diverser gross angelegter Studien sollte aus Gründen einer kalkulierbaren Prognoseverbesserung jeder Koronarpatient nach Möglichkeit mit drei oder vier
grundlegenden Medikamenten versorgt werden:
- Betablocker
zur Ökonomisierung der Herzfunktion und Vorbeugung deletärer Rhythmusstörungen
- Blutplättchen-Hemmer
(Thrombozyten-Aggregationshemmer), vorzugsweise ASS (Acetylsalicylsäure, “Aspirin”) zur Vorbeugung fortschreitender Gefässverengungen und Gerinnselbildungen
- CSE-Hemmer
zur Blutfetterniedrigung (im Falle von Koronarpatienten auch bei “normalen” Blutfettspiegeln!)
- ACE-Hemmer
zur Herzentlastung und Gefäss-Protektion, zumindest bei Patienten mit gestörter Herzpumpfunktion.
AkutbehandlungDie Akutbehandlung im notfallversorgenden Krankenhauss umfasst neben einer allgemeinen intensivmedizinischen Behandlung die
folgenden grundlegenden Behandlungsoptionen:
- Fibrinolysetherapie: Auflösung bestehender frischer Blutgerinnsel auf medikamentösem Wege
- PTCA: Erweiterung der zugrundeliegenden Gefässverengung mittels Ballonkatheter
- Stent-Implantation: Einsetzen einer Gefäss-Stütze (Stent) im Anschluss an eine vorausgehende Ballonerweiterung
- Bypassversorgung: Überbrückung eines Gefässverschlusses mit einem operativ zu verlegenden Umgehungsgefäss.
Sofern ein Patient unserer Klinik im Falle einer Herzkomplikation eine notfallmässige Akutbehandlung benötigt, ist jederzeit eine prompte Verlegung in geeignete Akutkliniken möglich.

Prinzip
der Ballonerweiterung verengter Koronargefäße
(freundliche Überlassung seitens Bayer GmbH.
Leverkusen) 
Prinzip
der aortokoronaren Bypassversorgung
(modifiziert nach Lytle und Pettersson)
1 = Gefäßverengungen (schwarz eingezeichnet)
2 = Venenbypässe (blau)
3 = Arterienbypass (IMA-Bypass, rot) Insgesamt
werden in obiger Abbildung drei relevante Verengungen
überbrückt; eine Verengung mittels arteriellem Bypass,
zwei Verengungen
mittels Venenbypässen. Copyright:
Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182
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